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Boandlkramer Hardcore-Orchester [28.12.06, Mering]
Geschrieben von Graves   
Donnerstag, 28. Dezember 2006

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Buschfunk meldete das anstehende Live-Debut einer heftigen Newcomer-Formation aus der Lakmayer-Homebase Mering, was die Lechmetal-Crew dazu bewog, einen Abgesandten zur Berichterstattung richtung Südzipfel des Augsbangers Territoriums zu entsenden.

Vor der handverlesenen Schar von gut 30 per codiertem SMS-Rundmail geladenen Gästen vollzog sich die Feuertaufe des neuen Sterns am noch recht dünn besiedelten schwäbischen Punk'n'Roll-Firmament. Medienwirksam in den von Mutter Natur langsam wieder okkupierten Räumlichkeiten der ehemaligen APO-Geschäftsstelle Mering inszeniert, brannte das Fourpiece mit dem Opener "You fail" sogleich einen Rotzrock-Burnout in den Estrich ihres (interessanterweise parterre gelegenen) Luftschutzkellers. Angetrieben vom pumpenden Bass Thieve Mc Spots legte die Gitarrensektion einen soliden Teppich für Geburtstagskind Peters jazzige Interpretationen von Johnny Ramones 4/8el Drumspiel. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit der zweiten Nummer "Wu-Tang sucks" huldigte man in bester RAMONES-Tradition dem für die grassierende Hip-Hop-Pandemie maßgeblichen Bobby Digital/RZA/GZSZ/Justice Maxlgraf-Geschwür aus Staten Island. Durch den spontan entstandenen, völligen Verzicht auf Soli brachte das BHO ein belebendes Element in ihre virtuos arrangierten Abrissbirnen.

Trotz technischer Probleme mit den von abziehenden Wehrmachts-Funkbattalionen in den Wirren des Winterkriegs 1944/45 auf dem Lechfeld zurückgelassenen Röhren-Amplifiern hielten die beiden Folgenummern "Pariah" sowie die Bandhymne "Boandlkramer Rock'n'Roll" den Geräuschpegel unter den exaltierten Freaks im Auditorium konstant hoch.

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach Intonation des kurzhubigen Rausschmeißers "EIn Traum von einem Traum" legte sich die Band selbst das Zölibat des freiwilligen Verzichts auf und überspielte die vehement vorgetragenen "Da capo"-Rufe hysterisch an ihren gepiercten Brauen herumnestelnder R'n'R-Beatniks so souverän wie unerbittlich. Der zu opportunistischen Groupies beiderlei Geschlechts mutierende Mob versuchte in der Folge, achtlos zurückgelassener Musikerutensilien habhaft zu werden. Derweil sicherte sich der Lechmetal-Abgesandte Burdy McGee ein per Kugelschreiber-Tattoo in die Oberhaut geritztes Bandautogramm, welches fortan von einer schützenden Lackschicht konserviert der Nachwelt erhalten bleiben soll.

Fazit: Ink, Sweat & schweinegeiler Rock'n'Roll - wann zur Hölle findet der nächste Auftritt der BOANDLKRAMER statt??


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