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Hells X-mas [27.12.06, Augsburg/Kantine]
Geschrieben von Graves   
Sonntag, 31. Dezember 2006

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  (Fotos: Konstantin Delles/Lechmetal)

 

Die Kantinen-Crew um den rührigen Promoter NT setzte auch anno 2006 ihre prima Aktion "Umsonst und drinnen" fort, welche zumeist semi-bekannten Bands aus der Region (garniert mit dem ein oder anderen überregionalen Act) eine Plattform bietet, sich auf Basis von Gratis-Gigs einem größeren und zumeist auch anders strukturierten Publikum als gewohnt zu präsentieren. Der vergangene Mittwoch stand unter dem Motto "Metal meets Hardcore" und umfasste 4 Bands, die stilistisch weitgehend den gesteckten Rahmen ausfüllten.

 

Erster Wermutstropfen war pünktlich zu Beginn um 20 Uhr die kurzfristige Absage des planmäßigen Openers CLAIM THE CROWN. Die Lokalmatadoren mussten auf die Dienste ihres verhinderten Fronters Daniel verzichten, was eine vernünftige Performance sinnlos erscheinen ließ. An ihrer Statt sprangen die Ulmer SEPCYS ein, die ihren Spontanauftritt durchaus solide bestritten. Stilistisch grob in der Schnittmenge aus Nu Metal- und Hardcore angesiedelt, boten die Münsterstädter eine insgesamt zufriedenstellende Show, wobei die Publikumsreaktionen bei zukünftigen Bandgastspielen in Augsburg sicherlich noch Luft nach oben bieten.

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Die zweite Band HUMAN DESTROYER hatte an diesem Abend die undankbare Aufgabe, als reinrassige Death Metal-Band der alten Schule vor einer sich überwiegend aus Metalcore-Anhängern zusammensetzenden Hörerschaft bestehen zu müssen. Von Beginn an gingen weite Teile des Publikums auf Distanz zum Bandsound, umgekehrt hatten HUMAN DESTROYER sichtliche Schwierigkeiten, angesichts des sich plötzlich vor der Bühne gebildeten, halbkreisförmigen Leerraums ihren Spielrhythmus zu finden. Nach einer guten halben Stunde dürfte den Augsburger Deathern das Ende ihrer zugestandenen Spielzeit wie eine Erlösung vorgekommen sein. HUMAN DESTROYER waren in diesem Package schlichtweg komplett fehlbesetzt und blieben trotz Fronter Stefans gewohnt energiegeladener Performance deutlich unter ihren Möglichkeiten.

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Nächster Programmpunkt waren die Metalcoreler CRISIS NEVER ENDS. Gingen die Stuttgarter auch durchaus energiegeladen zu Werke, so bot ihr musikalisches Repertoire kaum Platz für Überraschungen. Ihr Songmaterial schwitzt aus jeder Pore die von Bands wie AT THE GATES, IN FLAMES oder SOILWORK sattsam bekannten Schwedenmetal-Riffs, die Melodiebögen klingen nach Schema-F, das Spannungsmoment blieb sehr überschaubar. Auch der Gesang von Shouter Heiko war bar jeglicher Aggressivität und verlieh CRISIS NEVER ENDS keinen wirklichen Wiedererkennungswert. Das Set an sich wurde von der Band mit Engagement und Dynamik dargeboten, die Reaktionen waren aufseiten des Publikums zuweilen durchaus wohlwollend. Die Ankündigung einer halbgaren "Breaking the law"-Coverversion als "Straight edge-Metal" sorgte für Heiterkeit unter den anwesenden Metalheads. 

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Die Headliner NARZISS aus Jena lassen sich stilistisch in eine idente Schublade einsortieren, waren jedoch um eine Distanzierung von allzu offensichtlicher Nähe zu ihren Genre-Vorbildern hörbar bemüht. Besonderes Merkmal der Thüringer sind ihre durchweg auf deutsch vorgetragenen Lyrics, welche im wütenden Geshoute von Frontgaul Sebastian Metzner nicht immer zweifelsfrei zu identifizieren sind. NARZISS verstanden es, immer wieder mit eingebauten Hardcore-Aggro-Riffs eine aufkommende Metalcore-Monotonie zu durchbrechen, mit welcher sie als insgesamt dritte Band dieser Soundausrichtung an diesem Abend spätestens mitte des Sets konfroniert wurden. Kein glanzvoller Auftritt, eher im Bereich des gehobenen Durchschnitts anzusiedeln. Dennoch zweifelsfrei das Highlight des Abends. 

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Unter dem Strich bleibt ein Event, bei dem eher Masse anstatt Klasse geboten wurde. Mit Bands wie CROSS X oder STIMPACK verfügt die Lechmetal-Area zweifellos über Bands, die "Hells X-mas" einen deutlichen qualitativen Push hätten geben können. Da es sich hierbei um eine "Umsonst"-Veranstaltung handelte, soll an dieser Stelle jedoch ausschließlich die tolle Aktion der Musikkantine im Vordergrund stehen. Vielen Dank, Jungs! 

Weitere Bilder im Fotoalbum


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