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Keep It True VII [4.11.06, Dittigheim/Sporthalle]
Geschrieben von Konstantin   
Mittwoch, 17. Januar 2007
Heir Apparent, Ross the Boss, Onslaught, Wolf, Warhammer, Arctic Flame, Messenger

Das Keep It True ging im November in seine siebte Runde, wobei die Herbstausgabe zum ersten Mal in einem kleineren Rahmen stattfand, an nur einem Tag, in der Sporthalle Dittigheim, in der sonst die Warm Up-Shows stattfinden. Wie immer durfte auch eine stattliche Abordnung des HMC Augsbangers auf dem KIT nicht fehlen.

Nach einer gemütlichen, feucht-fröhlichen Zugfahrt, Einchecken ins Hotel und Mittagessen sind wir gerade an der Halle angetroffen, als die Händler ihre Stände abgebaut hatten. Als erstes war allgemeine Verzückung über das aushängende Line-Up des nächsten Festivals angesagt, gefolgt vom Sturm auf den Merchstand, um sich gleich die Tickets zu sichern. Danach blieb genügend Zeit, um ein paar Bierchen zu leeren (hier nochmal besonderen Dank an den automobil anwesenden Teil des Augsbangers-Vorstands für die Sicherung der Versorgung!), bevor die deutschen Newcomer MESSENGER das Keep It True eröffneten, die grundsoliden, klischeebeladenen Power Metal zockten. Nichts spektakuläres, aber als Opener ging das in Ordnung.

 messenger1messenger2

Selbiges kann eigentlich von ARCTIC FLAME aus den USA gesagt werden, sie hatten auf jeden Fall gute Ansätze, aber irgendwie sprang der Funke nicht so recht über, wobei ich im Nachhinein erfahren habe, dass ihnen kurz vorher ein Gitarrist abhanden gekommen ist, was sich sicherlich auch auf den Auftritt ausgewirkt hat.

arcticflame1arcticflame2

WARHAMMER waren sicher ein ungewöhnliche Wahl für das KIT, und die wohl brachialste Band, die je auf diesem Festival gespielt hat. Die Frage, in wie weit eine Reunion ohne Mastermind Frank Krynojewski überhaupt Sinn macht sei mal dahingestellt, live war jedenfalls kaum ein Unterschied feststellbar, WARHAMMER rumpelten wie gewohnt aufs herrlichste in bester HELLHAMMER-Manier durch die Botanik und wurden von den anwesenden Old School Thrashern, Deathern etc. gebührend abgefeiert. [Jedoch konnten sie wohl kaum jemand, der die Band schon auf Platte nicht braucht auf ihre Seite ziehen.]

warhammer1warhammer2

Wegen WOLF dürfte vermutlich kaum jemand zum Keep It True gefahren sein, handelt es sich doch hier um keine "Kultreunion" sondern um eine ganz normale Kapelle aus den 90ern, die ihre Platten auf größeren Labels veröffentlicht und auch öfters in unseren Landen gastiert, also für KIT-Verhältnisse fast schon "kommerziell" ist. Genau das entpuppte sich als ihre Stärke, denn die Schweden stellten eindrucksvoll unter Beweis, dass eine eingespielte aktuelle Band irgendwelchen abgehalfterten 80er-Größen eben doch oft vorzuziehen ist. WOLF präsentierten ihren kraftvollen Heavy Metal absolut tight und spielfreudig, haben nebenbei noch gepost wie die Weltmeister, und hatten so das Publikum von Anfang an fest im Griff. So und nicht anders müssen Metalkonzerte sein!

wolf1wolf2

Bei ONSLAUGHT folgte gleich die Gegenprobe auf die vorhin aufgestellte These, hatten sich doch viele Besucher besonders auf die Wiedervereinigten englischen Thrasher gefreut, und einige waren schwer enttäuscht: der Auftritt wirkte irgendwie lasch, den Jungs scheint die "Power from Hell" irgendwann abhanden gekommen zu sein. Ausserdem klangen die alten Songs alle leicht modernisiert, und das neue Material war auch nicht gerade vielversprechend. Dennoch gingen die Meinungen über ONSLAUGHT stark auseinander, während die einen nach ein paar Songs die Flucht ergriffen, feierten andere die Band euphorisch. [Im großen und ganzen stellt sich also die Frage in wie weit die Reunion Sinn macht.]

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Nachdem FLOTSAM & JETSAM recht kurzfristig die komplette Tour abgesagt hatten, da Sänger A.K. lieber in die Fußstapfen von Grisu treten und eine Ausbildung zum Feuerwehrmann machen wollte, wurde als Ersatz kurzerhand nochmal ROSS THE BOSS verpflichtet, der bereits im Frühjahrs-KIT zusammen mit der selben Begleitband (Musiker der Coverband MEN OF WAR) und einem aus MANOWAR-Klassikern bestehenden Set abgeräumt hatte. Dementsprechend hatte das ganze etwas von einem Deja-Vu-Erlebnis. Ross und seine Mitstreiter zelebrierten wieder hingebungsvoll das ohnehin über jeden Zweifel erhabene Material, der Sänger war dieses Mal sogar etwas besser in Form als beim letzten Auftritt, wobei Eric Adams' Vorgaben freilich nach wie vor unerreicht blieben. Dieses Mal gab es noch zwei Gastauftritte, der allseits beliebte Gerrit P. Mutz von SACRED STEEL enterte die Bühne, um bei "Secret of Steel" mitzusingen, und am Ende des übernahm KIT-Mitorganisator Tarek Maghary (MAJESTY) bei "Hail and Kill" das Mikrofon. Alles in allem wieder ein sehr gelungener Auftritt, auch wenn die besondere Atmosphäre des ersten Mals einem gewissen Gewöhnungseffekt gewichen war.

rosstheboss1rosstheboss2

Die Headliner HEIR APPARENT wurden gespannt erwartet, da sie zum einen Gitarrist und Bandkopf Terry Gorle mit einem komplett neuen Line Up antrat, und andererseits sich gerade die Headliner bei den vergangenen KITs öfters als Enttäuschung erweisen. Jegliche Zweifel wurden aber schnell zerstreut, HEIR APPARENT agierten absolut virtuos [und konnten mit Peter Orullian den besten Sänger des Festivals präsentieren. Gesanglich konnte er sowohl mit Paul Davidson und Steve Benito mithalten. Und das obwohl er den Auftritt mit einer Erkältung absolvierte, wie wir im Nachhinein erfuhren.]

heirapparent1heirapparent2

Dennoch beschlossen die Augsbangers in der Mitte des Gigs, den Weg zurück ins Hotel anzutreten, da die Strapazen des Tages ihren Tribut forderten. Traurig war aber keiner so richtig, denn das KIT VII war wieder eine absolut runde Sache. Die Rahmenbedingungen waren mal wieder äusserst lobenswert, man musste z.B. am Eingang so gut wie nie anstehen, und auch den Sound hat man mittlwerweile gut im Griff. Aufgrund der reduzierten Größe herrschte eine noch familiärere Atmosphäre als sonst auf dem KIT, es war wie immer eine gute Gelegenheit um alte Freundschaften zu pflegen und neue Bekanntschaften zu machen.

Das einzige, was zum perfekten Festival fehlt wäre ein ordentliches Bier, damit man nicht ständig zwischen den Bands zum Auto rennen muss, um seinen Pegel zu halten. Dieser Wunsch dürfte jedoch utopisch sein, da die Panscher aus Distelhausen die Region fest im Griff haben...

[Klammerbemerkungen by Hannes]

Weitere Bilder im Fotoalbum


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