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Heir Apparent, Ross the Boss, Onslaught, Wolf, Warhammer, Arctic Flame, Messenger
Das Keep It True ging im November in seine siebte Runde, wobei die
Herbstausgabe zum ersten Mal in einem kleineren Rahmen stattfand, an
nur einem Tag, in der Sporthalle Dittigheim, in der sonst die Warm
Up-Shows stattfinden. Wie immer durfte auch eine stattliche Abordnung
des HMC Augsbangers auf dem KIT nicht fehlen.
Nach einer gemütlichen, feucht-fröhlichen Zugfahrt, Einchecken ins
Hotel und Mittagessen sind wir gerade an der Halle angetroffen, als die
Händler ihre Stände abgebaut hatten. Als erstes war allgemeine
Verzückung über das aushängende Line-Up des nächsten Festivals
angesagt, gefolgt vom Sturm auf den Merchstand, um sich gleich die
Tickets zu sichern. Danach blieb genügend Zeit, um ein paar Bierchen zu
leeren (hier nochmal besonderen Dank an den automobil anwesenden Teil
des Augsbangers-Vorstands für die Sicherung der Versorgung!), bevor die
deutschen Newcomer MESSENGER das Keep It True eröffneten, die
grundsoliden, klischeebeladenen Power Metal zockten. Nichts
spektakuläres, aber als Opener ging das in Ordnung.

Selbiges kann eigentlich von ARCTIC FLAME aus den USA gesagt werden,
sie hatten auf jeden Fall gute Ansätze, aber irgendwie sprang der Funke
nicht so recht über, wobei ich im Nachhinein erfahren habe, dass ihnen
kurz vorher ein Gitarrist abhanden gekommen ist, was sich sicherlich
auch auf den Auftritt ausgewirkt hat.

WARHAMMER waren sicher ein ungewöhnliche Wahl für das KIT, und die wohl
brachialste Band, die je auf diesem Festival gespielt hat. Die Frage,
in wie weit eine Reunion ohne Mastermind Frank Krynojewski überhaupt
Sinn macht sei mal dahingestellt, live war jedenfalls kaum ein
Unterschied feststellbar, WARHAMMER rumpelten wie gewohnt aufs
herrlichste in bester HELLHAMMER-Manier durch die Botanik und wurden
von den anwesenden Old School Thrashern, Deathern etc. gebührend
abgefeiert. [Jedoch konnten sie wohl kaum jemand, der die Band schon
auf Platte nicht braucht auf ihre Seite ziehen.]

Wegen WOLF dürfte vermutlich kaum jemand zum Keep It True gefahren
sein, handelt es sich doch hier um keine "Kultreunion" sondern um eine
ganz normale Kapelle aus den 90ern, die ihre Platten auf größeren
Labels veröffentlicht und auch öfters in unseren Landen gastiert, also
für KIT-Verhältnisse fast schon "kommerziell" ist. Genau das entpuppte
sich als ihre Stärke, denn die Schweden stellten eindrucksvoll unter
Beweis, dass eine eingespielte aktuelle Band irgendwelchen
abgehalfterten 80er-Größen eben doch oft vorzuziehen ist. WOLF
präsentierten ihren kraftvollen Heavy Metal absolut tight und
spielfreudig, haben nebenbei noch gepost wie die Weltmeister, und
hatten so das Publikum von Anfang an fest im Griff. So und nicht anders
müssen Metalkonzerte sein!

Bei ONSLAUGHT folgte gleich die Gegenprobe auf die vorhin aufgestellte These, hatten sich
doch viele Besucher besonders auf die Wiedervereinigten englischen
Thrasher gefreut, und einige waren schwer enttäuscht: der Auftritt
wirkte irgendwie lasch, den Jungs scheint die "Power from Hell"
irgendwann abhanden gekommen zu sein. Ausserdem klangen die alten Songs
alle leicht modernisiert, und das neue Material war auch nicht gerade
vielversprechend. Dennoch gingen die Meinungen über ONSLAUGHT stark
auseinander, während die einen nach ein paar Songs die Flucht
ergriffen, feierten andere die Band euphorisch. [Im großen und ganzen
stellt sich also die Frage in wie weit die Reunion Sinn macht.]

Nachdem FLOTSAM & JETSAM recht kurzfristig die komplette Tour abgesagt
hatten, da Sänger A.K. lieber in die Fußstapfen von Grisu treten und eine
Ausbildung zum Feuerwehrmann machen wollte, wurde als Ersatz kurzerhand
nochmal ROSS THE BOSS verpflichtet, der bereits im Frühjahrs-KIT
zusammen mit der selben Begleitband (Musiker der Coverband MEN OF WAR)
und einem aus MANOWAR-Klassikern bestehenden Set abgeräumt hatte.
Dementsprechend hatte das ganze etwas von einem Deja-Vu-Erlebnis. Ross
und seine Mitstreiter zelebrierten wieder hingebungsvoll das ohnehin
über jeden Zweifel erhabene Material, der Sänger war dieses Mal sogar
etwas besser in Form als beim letzten Auftritt, wobei Eric Adams'
Vorgaben freilich nach wie vor unerreicht blieben. Dieses Mal gab es
noch zwei Gastauftritte, der allseits beliebte Gerrit P. Mutz von
SACRED STEEL enterte die Bühne, um bei "Secret of Steel" mitzusingen,
und am Ende des übernahm KIT-Mitorganisator Tarek Maghary (MAJESTY) bei
"Hail and Kill" das Mikrofon. Alles in allem wieder ein sehr gelungener
Auftritt, auch wenn die besondere Atmosphäre des ersten Mals einem
gewissen Gewöhnungseffekt gewichen war.

Die Headliner HEIR APPARENT wurden gespannt erwartet, da sie zum einen
Gitarrist und Bandkopf Terry Gorle mit einem komplett neuen Line Up
antrat, und andererseits sich gerade die Headliner bei den vergangenen
KITs öfters als Enttäuschung erweisen. Jegliche Zweifel wurden aber
schnell zerstreut, HEIR APPARENT agierten absolut virtuos [und konnten
mit Peter Orullian den besten Sänger des Festivals präsentieren.
Gesanglich konnte er sowohl mit Paul Davidson und Steve Benito
mithalten. Und das obwohl er den Auftritt mit einer Erkältung
absolvierte, wie wir im Nachhinein erfuhren.]

Dennoch beschlossen die Augsbangers in der Mitte des Gigs, den Weg
zurück ins Hotel anzutreten, da die Strapazen des Tages ihren Tribut
forderten. Traurig war aber keiner so richtig, denn das KIT VII war
wieder eine absolut runde Sache. Die Rahmenbedingungen waren mal wieder
äusserst lobenswert, man musste z.B. am Eingang so gut wie nie
anstehen, und auch den Sound hat man mittlwerweile gut im Griff.
Aufgrund der reduzierten Größe herrschte eine noch familiärere
Atmosphäre als sonst auf dem KIT, es war wie immer eine gute
Gelegenheit um alte Freundschaften zu pflegen und neue Bekanntschaften
zu machen.
Das einzige, was zum perfekten Festival fehlt wäre ein ordentliches
Bier, damit man nicht ständig zwischen den Bands zum Auto rennen muss,
um seinen Pegel zu halten. Dieser Wunsch dürfte jedoch utopisch sein,
da die Panscher aus Distelhausen die Region fest im Griff haben...
[Klammerbemerkungen by Hannes]
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