mit Sterbehilfe und Toxic Shock Syndrom
2 Grindcore- und eine Death Metal-Band gaben sich an diesem Abend die Ehre, und erfreulicherweise war das Circus dieses Mal im Gegensatz zu den letzten Konzerten auch wieder recht ordentlich gefüllt.
TOXIC SHOCK SYNDROM eröffneten auch gleich den Abend. Im Vergleich zu ihrem ersten Kurzauftritt dem ich beiwohnen durfte (damals noch ohne Bass) zeigte sich, dass sich die Grinder langsam aber sicher zu einer routinierten Liveband entwickeln. Die optischen Highlights sind dabei ohne Frage Bassistin Mella, die die Kunst des dekorativen Bangens perfektioniert hat, sowie das freundlich-brachiale Gesangsduo Rico und André, die sichtlich alles gegeben haben. Nur an den Ansagen könnten die beiden noch etwas arbeiten.
Zu der Zugabe gab das dynamische Sangesduo die Mikros an die im Publikum befindlichen Grunzkoryphäen Erinc (MEDECOPHOBIC) und Alex (ex-FETUS CHRIST) ab, die zu ein paar neuen Songs (natürlich noch ohne Lyrics, aber so wichtig war das auch nicht...) ein infernalisches Duett improvisieren mussten und diese Aufgabe gekonnt meisterten.
 
Sind schon TSS nun wirklich alles andere als filigran, setzten die Tübinger STERBEHILFE in Punkto Rumpelfaktor noch einige Schippen drauf, wussten aber mit ihrem mit leichtem Streetpunkeinschlag versehenen Grindcore und einem wie ein Berserker über die kleine Bühne wütenden Sänger durchaus zu unterhalten und kamen beim Publikum gut an.
 
OBSCURA stellten freilich einen musikalischen Quantensprung im Vergleich zu den anderen Bands da, anstelle von rohem Grindcore trat technisch versierter Death Metal, der mit beeindruckender Präzision dargeboten wurde. Leider sah es ganz danach aus, als ob die Mehrheit des Publikums ausschliesslich an Krach interessiert war, zumindest hatten sich die Reihen erheblich gelichtet. OBSCURA liessen sich davon nicht beirren und legten einen professionellen Auftritt aufs Parkett. Auch als gegen Ende des Gigs eine Gitarre ausfiel spielten sie den Song anstandslos zu dritt fertig, die anschliessende Pause wurde durch ein paar schlechte Witze und ein Drumsolo überbrückt. Zum Abschluss konnten sie noch mit einem gelungenen VADER-Cover Punkte sammeln, und auch die Freunde des etwas anspruchsvolleren Gebolzes konnten zufrieden den Heimweg antreten.

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