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Headlokk, Lower Than Zero, Shift Inc., Sepcys, Omerta, Predict a Riot, Etwas Dein, D.A.S., Storm
Der weihnachtliche Bandmarathon im Circus ist mittlerweile schon
Tradition geworden, und auch dieses Mal wurde ein umfangreiches und
recht abwechslungsreiches Programm geboten.
STORM fiel dabei die undankbare Aufgabe des Openers im noch eher mäßig
gefüllten Circus zu eröffnen. Für Basser Malle, der in sonnigeren
Gefilden weilt, ist Holger von HEADLOKK eingesprungen, der allerdings
gesundheitlich leicht angeschlagen war, und dementsprechend im
Vergleich zu sonst eher zurückhaltend agierte. Alles in allem legten
die Jungs einen einwandfreien Auftritt hin, der leider aufgrund des
spärlichen Publikums nur ungenügend honoriert wurde.

Die nachfolgenden D.A.S. verkörpern eines meiner persönlichen
Schreckgespenster der heutigen Szene, Elsenmetal àla NIGHTWISH. Nichts
für ungut, aber bei dieser Art von Musik packt mich unweigerlich mein
Fluchtinstinkt, dem ich dann auch umgehend Folge leistete.

Auch Mittelalter-Metal, wie ihn ETWAS DEIN vertreten, ist nicht
unbedingt mein Fall, allerdings kann man dieser Band gewisse
Livequalitäten nicht absprechen, vor allem der Fronter wusste zu
überzeugen.

Bei OMERTA wurde es dann endlich wieder etwas härter, wobei ihr
überwiegend im Midtempobereich angesiedelte Metalcore mangels
Abwechslung auf Dauer etwas langweilte. Obendrein erinnerten die auf
Deutsch gehaltenen Herzschmerztexte bisweilen unangenehm an die BÖHSEN
ONKELZ.

Statt einer Zugabe von OMERTA gab es den ersten kurzen
Überraschungsauftritt des Abends. Einige Positionen wurden umbesetzt
bzw. ausgetauscht, und das Nebenprojekt (?) PREDICT A RIOT gab ein paar
Songs zum besten. Geboten wurde stumpfer, prolliger Hardcore, der
allerdings nach den vorhergehenden Bands recht erfrischend wirkte.

Die Ulmer Modernmetaller SEPCYS waren für mich die Überraschung des
Abends. Mit ihrer Spielfreude und vor allem der trotz des wilden
Stageactings gezeigten spielerischen Präzision wussten sie auch diesem
Genre nicht unbedingt geneigte Zuschauer zu begeistern. Zusätzliche
Sympathiepunkte gabs dafür, dass der Sänger einen Song dem jüngst
verstorbenen James Brown widmete. Ein starker Auftritt, der die Messlatte
für die folgenden Bands sehr hoch gehängt hat.

Tatsächlich hatten es die stilistisch ähnlich gelagerten SHIFT INC.
nach dieser Vorlage schwer, den Stimmungspegel zu halten. Insgesamt gab
es auch hier nur wenig auszusetzen, aber der Funke sprang dieses Mal
nicht so recht über, vielleicht zeigten sich im Publikum auch nur die
ersten Ermüdungserscheinungen.

Möglicherweise hatte sich dieses aber auch die letzten Reserven für
HEADLOKK aufgespart, bei denen wieder etwas mehr los war. Holger, der
die Zeit zwischen seinen Auftritten für eine Erhohlungspause genutzt
hatte konnte wieder richtig Gas geben, und Sänger Eddie stellte mal
wieder unter Beweis, dass er möglicherweise eine der besten Frontsäue
im Lechmetal-Land ist.

Auch hier gab es statt einer normalen Zugabe eine kleine Überraschung:
Eddie gab das Mikro an Alex und André ab, womit LOWER THAN ZERO ihren
Live-Einstand gaben und dem Publikum mit einer kleinen Kostprobe ihrer
brutalen Mischung aus Death und Black Metal den finalen Arschtritt
verpassten.

Alles in allem bot das X-Mas Festival wieder einen interessanten
Querschnitt durch die regionale Musiklandschaft, wobei die Qualität
der Darbietungen durchaus schwankte. Wie immer wurde dem geneigten
Zuschauer einiges Stehvermögen abverlangt, das Konzert endete mal
wieder weit nach Mitternacht. Insgesamt ein gelungener Abend, mit viel
Musik zu einem sozialen Eintrittspreis.
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