mit Human Destroyer und Rapture
Drei in den hiesigen Gefilden wohlbekannte Bands hatten sich da im You-Z eingefunden. RAPTURE und DEAD EMOTIONS haben in der Vergangenheit öfters die Bühnen der Region beehrt, und dass es hier noch irgendwen geben sollte, der bisher HUMAN DESTROYER verpasst hat ist ohnehin schwer vorzustellen. Leider liess die Zahl der Gäste mal wieder schwer zu wünschen übrig...
Den Anfang machten die Münchner RAPTURE, die mit ihrer eigenwilligen Mischung aus abgedrehten, eigenständigen Songs und hemmungslosem Herumgealbere dazwischen den Großteil des Publikums auf ihre Seite ziehen konnten. Verwurzelt im Death/Thrash-Bereich scheuten sie auch nicht davor zurück, Zitate aus anderen Genres durch den Fleischwolf zu drehen, und das neuere Material wies eine starke Tendenz zu vertrackteren Strukturen àla MESHUGGAH & Co. auf. Die Band schien sich sehr verausgabt zu haben, jedenfalls liessen sich die Musiker beim letzten Song nacheinander auf den Boden fallen und spielten ihn im Liegen fertig. Vielleicht sollte diese Aktion auch ein subtiler Hinweis auf die Vergänglichkeit des Menschen sein, wer weiss?
 
HUMAN DESTROYER zeigten sich spielerisch wieder in besserer Verfassung als zuletzt in der Kantine, kamen jedoch insgesamt bei weitem nicht so gut an wie davor RAPTURE, wobei auch gesagt werden muss, dass sie vor allem showtechnisch mit keiner der beiden anderen Bands mithalten konnten. Alles in allem jedoch ein solider Auftritt, der leider mal wieder nur von einer handvoll eingefleischter Fans goutiert wurde. Lemmy kam dieses Mal übrigens nicht ohne die traditionellen Dresche bei der Zugabe davon...
 
Ein anderes Bild ergab sich dann wieder bei DEAD EMOTIONS aus Freising, die eindrucksvoll bewiesen, dass sie nicht zu Unrecht Headliner des Abends waren. Auch sie warteten mit einer Mischung aus Death und Thrash Metal auf, wenn auch etwas bodenständiger als RAPTURE. DEAD EMOTIONS zeigten sich auf der Bühne präzise, lebhaft und aggressiv, und hatten das Publikum so gut im Griff. Vor allem Basser Gorbi flitzte wie von der Tarantel gestochen auf der Bühne hin und her (was unter anderem zu einer unsanften Landung neben dem Schlagzeug führte), und Sänger Mosh zeigte sich einmal mehr als ausgezeichneten Frontman mit einem beeindruckenden Organ. Gegen Ende gab es dann noch ein Duett mit seinem Vorgänger, RAPTURE-Bassist Chris, bevor dann pünktlich vor Mitternacht Schicht im Schacht war.
 
Insgesamt mal wieder ein sehr unterhaltsamer Abend zu einem humanen Preis, bei dem es mal wieder äusserst unverständlich erschien, dass sich so wenig Leute eingefunden hatten.
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